Der Friedhof Peterstal

Der Friedhof

Friedhof Peterstal, Teilansicht
Friedhof Peterstal - Teilansicht

Der Peterstaler Friedhof wird 1737 als Kirchhof um die Peterskapelle angelegt und von einer Steinmauer eingefasst. Die Mittel stiftet Johann Peter Wenzel, der 1710 mit seinen beiden Brüdern eine Glashütte in dem später nach der Kapelle benannten Peterstal gründet.

Auch für die Unterhaltung des Friedhofs und der Gebäude (Kapelle, Eremitage) kommt Johann Peter Wenzel zum Großteil auf.

1803 wird Peterstal zu Ziegelhausen eingepfarrt, 1936 zu Ziegelhausen eingemeindet. 1975 wird Peterstal zusammen mit Ziegelausen nach Heidelberg eingemeindet. Seither ist die Stadt Heidelberg für die Belange des Friedhofs zuständig.

Der, später um den am Berghang terrassenförmig angelegte neue Friedhofsteil erweiterte, Friedhof hat heute eine Ausdehnung von 5.000 Quadratmeter.


Die Friedhofskapelle

Friedhof Peterstal - Heutige Kapelle mit Leichenhalle
Friedhof Peterstal - Heutige Kapelle mit Leichenhalle

Die von Johann Peter Wenzel gestiftete Kapelle soll, neben seiner Familie, auch den Glashüttenarbeitern und den sich um die Glashütte als Unterpächter angesiedelten Familien, als Gotteshaus mit Friedhof dienen. Der Schlussstein über der Eingangstür zur Kapelle trägt das Baujahr 1737, die Initialen des Stifters (J. P. W.) und ein Kelchglas als Wappen sowie die Initialen des Steinmetzen (G. H. H.). Am 13. Juli 1738 wird die im Barockstil erbaute Kapelle eingeweiht.

Außerdem wird zur gleichen Zeit eine Eremitage für den Eremitenbruder errichtet, der durch Sammeln von Almosen die nötigen Mittel für Unterhalt, Besoldung des Geistlichen und sogar eines Lehrers und für Kirchengerät beschafft (Peter-Wenzel-Weg Nr. 27).


Johann Peter Wenzel stirb 1743, seine Ehefrau 1753. Beide werden in der Peterskapelle beigesetzt. Die Grabplatten werden vor dem Altar in den Boden der Kirche eingelassen und mit dem Altarteppich bedeckt. In den Boden der alten Kapelle wird an ungeschützter Stelle auch die Grabplatte eines Kindes eingelassen. Die Inschrift ist heute nicht mehr zu entziffern. Die Peterskapelle wird mit der Zeit immer baufälliger und Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen.

An gleicher Stelle wird 1953 eine neue, offene Kapelle mit Leichenhalle errichtet. 2005 erhält die Kapelle verglaste Regenschutzwände. Beim Mauern der Seitentür zur Leichenhalle nutzt man den historischen Schlussstein. Die ebenfalls erhaltenen Grabplatten des Stifterpaares werden links und rechts der Eingangstür zur Leichenhalle in die Außenwand eingelassen und gehören so zur Ausstattung des Innenraums der Kapelle.


Links der Tür ist die Grabplatte von Johann Peter Wenzel eingelassen
Inschrift im oberen Teil der Grabplatte: ANNO 1743 / DEN 25 8OBER IST IN / GOTT / SEELIG ENTSCHLAFEN / HERR / JOHANN PETER / WENZEL / GEBOHREN ZU ISENBURG;

Rechts der Tür ist die Grabplatte der Ehefrau Johann Peter Wenzels eingelassen
Inschrift im oberen Teil der Grabplatte: ANNO 1753 / DEN 2 9BER IST IN / GOTT / SEELIG ENTSCHLAFEN / FRAU / CATHARINA MARGARETHA / WENZELIN / GEBORENE GONTLA / CHIN ZV NEVSTATT / AN DER DOSS;

Die Inschriften des jeweils unteren Teil der beiden Grabplatte ergeben zusammengeführt folgende Inschrift: EHELEUTH ERSTERE ERPAUERE DIESER GLASFABRIQUE UND DIESES GOTTES HAUSSE REQUIESCANT IN PACE


Friedhof Peterstal, Grabplatte Georg Wenzel Friedhof Peterstal, Grabplatte Catharina Margaretha Wenzel

Grabplatte links: Johann Peter Wenzel; Grabplatte rechts: Catharina Margaretha Wenzel;


Angaben zu den Grabplatten sind dem Buch von Reinhard Hoppe “750 Jahre Ziegelhausen, HD 1970, S. 147” entnommen (siehe Literatur / Quellen).


Denkmalgeschützte Grabanlagen

Es stehen keine Grabanlagen unter Denkmalschutz



Literatur / Quellen

Karl Christ
Chronik von Ziegelhausen und dem Centwald
(Handschriftlich: "2. Auflage mit Nachtrag")

Heidelberg 1922

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: B 5288-6 B

Reinhard Hoppe
Dorfbuch der Gemeinde Ziegelhausen mit Ortsteil Peterstal

Heidelberg 1940

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: B 5288-6-15

Reinhard Hoppe
750 Jahre Ziegelhausen

Heidelberg 1970

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: 73 B 2786

Luise Kleemann
Die Waschereidörfer Ziegelhausen und Petersthal
Lesesaal Altstadt (f. gedr. Medien); Übergeordnet: Wilharm, K.: Die Milchversorgung v. Hd.

Heidelberg 1905

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: Diss Heid 1904/05,10::1-16

Der Friedhofswegweiser - Diesseits und Jenseits
Regionalausgabe Heidelberg

2. Ausgabe, Leipzig 2012

Herausgeber und Redaktion: MAMMUT-VERLAG

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