Der Friedhof in Rohrbach

Der Friedhof

Friedhof Rohrbach, Torpfosten von 1810
Friedhof Rohrbach - Torpfosten von 1810

Zwischen 1809 und 1811 wird der heutige Rohrbacher Friedhof angelegt, da der Platz auf dem Friedhof um die erste Rohrbacher Kirche für die stetig wachsende Bevölkerung nicht mehr ausreicht. Nach Überprüfung verschiedener vorgeschlagener Areale entscheidet man sich für ein südlich des Ortes gelegenes Gelände mit einer Fläche von 31 Ar (3.100 Quadratmeter). Der Pfosten links des Friedhofseingangs neben der Kapelle trägt heute noch die Jahreszahl 1810.

Über die Einweihung des Friedhofs gibt es keine Unterlagen. Am 3. März 1811 findet die erste Beerdigung statt. Der katholische Maurergeselle Johannes Lehni aus Gauangelloch verunglückte und wird hier beigesetzt.

Schon 1822 ist auf dem neuen Friedhof kein Platz mehr frei. An eine Erweiterung ist – wohl aus Kostengründen – vorerst nicht zu denken und so wird der Friedhof um die erste Rohrbacher Kirche erneut als Bestattungsplatz genutzt. Als 1829 auch hier die Kapazitäten wieder voll ausgeschöpft sind, begraben die Rohrbacher Bürger ihre Angehörigen nun an beiden Orten “wo gerade ein Platz frei wird”.


1842 wird der Rohrbacher Friedhof das erste mal durch Ankauf von Land vergrößert. Es folgt der Erwerb von weiteren Grundstücken, wobei 1908 auch eine Zufahrtsstraße für die Anfahrt eines Leichenwagens gebaut wird. Der 1918 angelegte östlicher Teil des Friedhofs erhält sein charakteristisches Aussehen durch mannshohe Hecken, die das Areal unterteilen. Noch heute trennen Mauerreste den alten Friedhof von nach 1918 zugekauften neuen Friedhofsbereichen.

Heute umfasst das Friedhofsgelände eine Fläche von 30.350 m 2.


Die Friedhofskapelle

Friedhof Rohrbach, Kapelle
Friedhof Rohrbach - Kapelle

1913 wird der Bau einer Friedhofskapelle mit Leichenhalle beschlossen. Entwurf und Umsetzung übernimmt der in Rohrbach ansässige Architekt Wilhelm Collmer. 1914 werden die Arbeiten jedoch wegen Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der damit verbundenen Bausperre eingestellt. Durch Einebnen des Platzes vor und des Bodens im Inneren des Rohbaus wird aber eine Nutzung bei Regen möglich. 1920 wird der Bau Fertiggestellt und im Januar 1921 folgt die feierliche Einweihung.

Die Friedhofskapelle lässt wegen des rechteckigen Grundrisses, der Säulen im Eingangsbereich und der ungewöhnlichen Dachkonstruktion – anders als bei der Friedhofskapelle gleichen Bautyps im Pfaffengrund , wo besonders durch die Dachkonstruktion und die “offene” Bauweise, an die klassische japanische Architektur erinnert wird – im Erscheinungsbild an die freie Variation des klassischen Mausoleums denken. Wenn die großen Platanen vor dem Eingang der Kapelle im Winter ihre Blätter verloren haben, kann man die architektonischen Stilmittel besonders gut erkennen.


Den großzügig angelegten Platz vor der Kapelle schmücken zwei große Platanen, nach Süden hin beginnt der Hauptweg, früher eine Fichtenallee. Zu beiden Seiten des Hauptweges schließen sich das übrige Wegenetz und die einzelnen Gräberabteilungen an.

Betritt man die Friedhofskapelle, fällt der Blick als erstes auf ein großes, gesockeltes Kreuz aus hellem Marmor, der Sockel ist aus dunklem Marmor und deutet in der Form einen halb in die Wand eingelassenen Altar an. Die Wände schmücken 2 Ölgemälde des Rohrbacher Künstlers Georg Edler. Dargestellt sind die Grablege und Auferstehung Christi.

Die Fenster der Kapelle tragen Glasmalereien des Kunstglasmalers Bartholomäus Mai aus Heidelberg.


Die Denkmäler

Bald nach der Einweihung der Friedhofskapelle wird das Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 vom Schulhof auf den Friedhof versetzt und steht seither östlich der Kapelle.

Vermutlich um 1925 wird das mit der Jahreszahl “1732” datierte barocke Wegkreuz (vom heutigen Eichendorffplatz?) in den südwestlichen Bereich des Kapellenvorplatzes versetzt.

1925 wird südöstlich der Kapelle, bei den Gräbern der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten, eine hochragende Ehrensäule zum Gedenken errichtet. Ein Kunstwerk von Architekt Wilhelm Collmer und Bildhauer Hans Fries.
Später wird die Aufschrift “IHREN GEFALLENEN SÖHNEN DIE DANKBARE GEMEINDE ROHRBACH 1914-1918” um die Jahreszahlen “1939-1945” ergänzt.


Friedhof Rohrbach, der Friedhofseingang mit der Jahreszahl 1810 Friedhof Rohrbach, Denkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 Friedhof Rohrbach, mit der Jahreszahl “1732” datierte barocke Wegkreuz Friedhof Rohrbach, Denkmal für die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege

Friedhof Rohrbach, von links nach rechts: Der Friedhofseingang mit der Jahreszahl 1810 – Denkmal für die gefallenen Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 – Barockes Wegkreuz mit der Jahreszahl “1732” – Denkmal für die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege


Die im Kontext der Friedhofskapelle stehenden Denkmäler

Friedhof Rohrbach, Ensemble
Friedhof Rohrbach - Ensemble

Der Friedhofseingang mit der Jahreszahl 1810, die Friedhofskapelle und die Denkmäler stehen heute als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz.

Im Winter ist das Ensemble in seiner Gesamtheit zu fotografieren. Das Kriegerdenkmal der beiden Weltkriege ist nicht zu sehen, aber Grabsteine gefallener Soldaten in der unteren linken Ecke des Fotos. Das Wegekreuz ist am linken Bildrand zu erkennen, der Kopf des historischen Torpfostens am rechten Bildrand. Zwischen diesem und der Friedhofskapelle sieht man das Kriegerdenkmal von 1870/1871.


Dazu Wörtliches aus dem Archiv der Friedhofsverwaltung:

“… Die Denkmäler sind Teil der gärtnerisch angelegten Umgebung der Friedhofskapelle (Planung wohl 1919) und tragen zu deren räumlich-architektonischer Wirkung bei. Sie dokumentieren in diesem bewusst hergestellten und gestalteten Kontext außerdem vielfältige Aspekte des dörflichen Lebens und der Ortsgeschichte.

Wegen ihrer Gestaltungsqualität und ihrem Quellenwert ist die Sachgesamtheit Rohrbacher Friedhof Kulturdenkmal aus künstlerischen und aus wissenschaftlichen Gründen; wegen ihres Identifikations- und Gefühlswertes liegen auch heimatgeschichtliche Gründe vor. An ihrer Erhaltung besteht vor allem wegen ihrer dokumentarischen Bedeutung ein öffentliches Interesse.”


Die denkmalgeschützten Grabanlagen

Friedhof Rohrbach, Litera A 234-236
Hier ist eine Grabpatenschaft möglich

Die Gräber wurden anfangs ausnahmslos nach Ablauf der Ruhezeit abgeräumt und neu vergeben. 1906 tritt eine Leichen- u. Friedhofsordnung auf der Grundlage des Heidelberger Erlasses in Kraft. Danach ist auch die Abgabe von Kaufgräbern möglich.

Jetzt kann das Nutzungsrecht verlängern werden, die oft aufwendige Grabausstattung wird weitergegeben und somit wichtiges Kulturgut erhalten. Auch wurde es jetzt möglich, Gräber von Persönlichkeiten als Gedenkstätten zu erhalten. Zur Zeit stehen 20 Grabanlagen unter Denkmalschutz.


Einige Familien haben das Nutzungsrecht an die Stadt zurückgegeben. Hier besteht die Möglichkeit, diese historische Grabanlage als Pate in Obhut zu nehmen und ggf. unter bestimmten Voraussetzungen auch das Nutzungsrecht zu erwerben.

Bei Interesse werden Ihnen gerne die auf eine Patenschaft wartenden Grabanlagen vorgestellt. Siehe dazu auch Grabpatenschaft.


Bemerkenswerte Gräber

Stellvertretend sei auf die Grabstätten folgender Persönlichkeiten hingewiesen.


Friedrich Baethgen (1890-1972) Professor für Geschichte

Friedhof Rohrbach, Litera C 53-55 - Baethgen
Friedhof Rohrbach - Familiengrabstätte Baethgen

Friedrich Baethgen wird am 30. Juli 1890 in Greifswald geboren. Sein Vater, sein Name ist ebenfalls Friedrich (1849-1905), folgt als Professor für evangelische Theologie 1895 einem Ruf an die Universität Berlin. Doch aus gesundheitlichen Gründen muss er seinen Lehrstuhl abgeben, zieht sich nach Heidelberg-Rohrbach zurück. So geht der Sohn in Heidelberg auf das Gymnasium und studiert anschließend Geschichte, promoviert 1913, die Habilitation folgt 1920.

Baethgen ist erst Privatdozent, ab 1924 Professor in Heidelberg. 1927 geht Baethgen als zweiter Sekretär an das Deutsche Historische Institut nach Rom. 1929 übernimmt Baethgen eine Stelle als ordentlicher Professor in Königsberg. Im Frühjahr 1939 folgt er einem Ruf an die Universität Berlin wo er Mittelalterliche Geschichte lehrt. Er ist von 1942-1944 Mitglied der Mittwochsgesellschaft. Einige der Mitglieder haben sich an den Attentatsplänen auf Hitler beteiligt. Baethken hält, politisch ungebunden, zu Angehörigen von Verfolgten, besucht sie regelmäßig.

1947 gibt Baethgen seine Stelle in Berlin auf, geht nach München. Die Monumenta Germaniae Historica:, im Dritten Reich wird die Zentraldirektion in Berlin aufgelöst, soll nach dem Krieg in Bayern ihren neuen Sitz erhalten und Baethgen, von 1920-1923 Mitarbeiter an der MGH und Mitinitiator für Fortführung und Verlegung, wird Ende 1947 zu ihrem Präsidenten gewählt. Baethgen hat durch “Klarsicht und Verhandlungsgeschick die Übersiedlung und Stabilisierung herbeigeführt” (Fuhrmann 2009, Seite 349). Baethgen hat das Amt bis 1958 inne.

1956-1964 ist Baethgen Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er behält trotz seiner Ämter immer auch Lehre und Forschung bei – bis am Ende seines Lebens sein nachlassendes Augenlicht sein Schaffen einschränkt. Friedrich Baethgen erhält zahlreiche Auszeichnungen.


Am 18. Juli 1972 stirbt Friedrich Baethgen in München und wird auf dem Friedhof in Heidelberg-Rohrbach beigesetzt. In der Familiengrabstätte ruhen auch seine Eltern und weitere Angehörige.

Grablage: Litera C 53-55


Über Das wissenschaftliche Lebenswerk von Friedrich Baethgen hielt Gerd Tellenbach 1972 einen Vortrag. Dazu eine Bibliographie Friedrich Baethgens

Eine weitere Literaturliste findet man hier

Ein Foto von Friedrich Baethgen findet man hier, weitere Fotos hier.


Johann Ulrich Schelkly (1817-1874)

Friedhof Rohrbach, Litera C 72-73 - Schelkly
Friedhof Rohrbach - Familiengrabstätte Schelkly

Johann Ulrich Schelkly wird am 18. August 1817 in Bötzberg (Schweiz) geboren. Später arbeitet er als Gärtner in Heidelberg-Rohrbach, ist für das Anwesen “Rohrbacher Schlösschen” zuständig. Als der Eigentümer George Brown Stulz 1841 stirbt, nimmt Johann Ulrich Schelkly bald seine Stellung ein, unterstützt die Witwe Elisabeth Brown von Stulz. 1847 heiraten sie. Als sie 1850 als große Wohltäterin stirbt, setzt ihr Ehemann die Wohltaten sein Leben lang fort, so unterstützt J. U. Schelkly zum Beispiel die ortsansässigen Armen durch jährliche Stiftungen.

Schelkly heiratet zum zweiten Mal. Aus der zweiten Ehe mit Julie Schelkly, geb. Wetzel (1820-1899) gehen die Tochter Elisabeth (1855-1910) und die Söhne Wilhelm (1856-1917) und Julius (1857-1907) hervor (vermutlich noch weitere Kinder).

Wilhelm Schelkly studiert in Heidelberg (?) , Rostock (Matrikel Buch Seite 91_179), hier u.a. Ökonomie und an der Columbia University in New York, wo er 1877 graduirt wird. Wilhelm Schelkly lebt später als prom. Arzt in (Utrecht ?), Paramaribo (niederl. Kolonie Surinam, Wählerliste), dort wird 1880 seine Tochter Elisabeth geboren, und Buenes Aires (erhält 1891 die Niederländische Staatsbürgerschaft).
Julius Schelkly lebt in Buenes Aires und erforscht Gebiete Patagoniens, zeitweise lebt er in der Provinz Rio Negro. Elisabeth Schelkly lebt nach ihrer Heirat in Wiesbaden.

Johann Ulrich Schelkly stirbt am 8. Mai 1874 und wird auf dem Rohrbacher Friedhof beigestzt. Die Schelklystraße entlang der Thoraxklinik ist nach ihm benannt.

Neben seiner zweiten Ehefrau Julie und seinem Sohn Wilhelm haben Enkel von Johann Ulrich Schelkly in der Familiengrabstätte ihre letzte Ruhe gefunden. Auf dem Grabstein wird auch weiterer Familienangehöriger gedacht.

Grablage: Litera C 72-73


Näheres zum "Rohrbacher Schlösschen"

Das Anwesen, nach 1770 ließ Erzherzog Carl August von Pfalz-Zweibrücken das Gebäude als Jagdschlösschen erbauen, hat bis zum Erwerb durch George Brown Stulz schon eine bewegte Geschichte hinter sich – viele Umbauten wurden vorgenommen und vor allem hochgestellte Persönlichkeiten waren zu Gast oder gar die Eigentümer. Personen rund um das Rohrbacher Schlösschen: siehe Internetseite des Heidelberger Geschichtsvereins

Am 30. August 1834 erwirbt der, später in den Adelsstand erhobene, George Brown Stulz (Sohn des Wohltäters Johann Georg Stulz von Ortenberg (1771-1832)), das Anwesen für sich und seine Frau, eine ehemalige Hofdame der Markgräfin Amalie, der Vorbesitzerin des Schlösschens. 1841 stirbt George Brown von Stulz ebenfalls als Wohltäter. Seine Witwe Elisabeth Brown von Stulz (sie ist die Tochter der Schwester von Johann Georg Stulz von Ortenberg / Quelle) behält weiterhin das Anwesen und setzt die Wohltaten ihres Mannes fort. 1847 heiratet sie Johann Ulrich Schelkly.

1889 verkaufen die Erben von Johann Ulrich Schelkly das Anwesen und der “Verein für Genesungsfürsorge” nutzte das Schlösschen als Erholungsheim für lungenkranke Arbeiter und während des 1. Weltkrieges als Lazarett. Ab 1920 wird das Schlösschen zum Tuberkulosenkrankenhaus – ab 1925 zum Kreiskrankenhaus Heidelberg.

Menzer schreibt 1926: “Zeigt auch heute der Bau mannigfache Veränderungen und haben die Neubauten von 1898 und 1912 unbegreiflicherweise nicht den ursprünglichen Stil gewahrt, sondern das Ganze etwas verschandelt, die Tatsache bleibt dennoch bestehen: Der schöne Bau ist und bleibt das “Rohrbacher Schloß!” Seine Erhaltung soll, schon um der Vergangenheit willen, Aufgabe der zukünftigen “Heidelberger” sein.” (Menzer 1926, Seite 100; Seite 85-100 sehr ausführliche Schilderung zum “Rohrbacher Schloss”)

Heute steht auf dem Grundstück die Heidelberger Thoraxklinik, ihr schließt sich ein Park an – mit dem “Rohrbacher- Schlössche”. Es wurde liebevoll restauriert, ist ein Museum und einige Räume können für Veranstaltungen genutzt werden. Der Zugang zum Schlösschen erfolgt über die Amalienstraße, der Zugang zur Thoraxklinik über die Schelklystraße.


Der alte Friedhof um die erste Rohrbacher Kirche (heute ev. Kirche)

Melanchthonkirche Rohrbach
Heidelberg-Rohrbach, Melanchthonkirche

Die erste Kirche Rohrbachs datiert wohl ans Ende des 13. Jahrhunderts. Mitte des 14. Jahrhunderts wird auf die vermutlich aus dem 8. Jh. stammende Cella eines Eremiten der Turm errichtet und an die Cella wird ein 14 Meter langes und 8 Meter breites Langhaus mit 140 Sitzplätzen angebaut.

Eine neue Tür an der Nordseite der Cella ist heute noch als Inschriftentafel im Innern der Kirche (Chor) sichtbar. Schutzpatron ist der heil. Benedikt. Bis heute wurde die Kirche mehrfach um- und ausgebaut.


Vermutlich wird im 14. Jahrhundert auch der Begräbnisplatz mit heute noch sichtbaren Stützmauern um die Kirche angelegt. Hier werden die Toten der 3 Konfessionen (Reformierte, Lutheraner und Katholiken) bestattet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nimmt die Bevölkerung Rohrbachs so stark zu, dass der Platz um die Kirche als Begräbnisstätte trotz stark verkürzter Liegezeit nicht mehr ausreicht.

So wird der Friedhof südlich des Ortes in der Zeit zwischen 1809 und 1811 angelegt und die alte Begräbnisstätte um die Kirche aufgelassen.

Doch schon 1822 herrscht Platzmangel auf dem neuen Friedhof und deshalb wird der Kirchhof nach der Entfernung von “Hecken und Quetschenbäumen” von den Rohrbacher Bürgern erneut als Begräbnisstätte genutzt. Bis 1829 auch hier wieder alle Plätze belegt sind und nun auf beiden Friedhöfen “wo gerade ein Platz frei ist” bestattet wird.

Erst nach der Erweiterung des Rohrbacher Friedhofs im Jahre 1842 wird der Kirchhof endgültig aufgelassen. Nur Teile der Friedhofsmauer und eine Rasenfläche hinter der Kirche zeugen heute noch von dem einstigen Friedhof.


Heidelberg-Rohrbach, Melanchthonkirche - Gemeinschaftsgrab
Heidelberg-Rohrbach, Melanchthonkirche - Gemeinschaftsgrab

Das älteste noch erhaltene Grabmal war in die nördliche Umfassungsmauer der alten Kirche eingemauert und steht heute im Chorgewölbe der Kirche. Es trägt den Namen des Zentgrafen und Schultheiss Hanns Wisbrodt, gestorben 26.11.1590 und seiner Ehefrau Catharina, gest. 13.01.1591.

1907/1908 traten bei Umbauarbeiten an der Kirche zahlreiche Gräber zutage. Die Überreste wurden in einem Gemeinschaftsgrab neben dem Haupteingang der Kirche beigesetzt.

Ein Gedenkstein trägt die Inschrift: “Hier ruhen vereint die beim Kirchenbau 1907-08 gesammelten Gebeine der auf diesem Kirchhof bestattet gewesenen christlichen Gemeindeglieder”


Literatur / Quellen

Karl Heinz Frauenfeld
Chronik von Rohrbach, 1200 Jahre

in: Anlage zur “Ruperto-Carola, 17. Jhg., Bd. 38, Dezember 1965

Heidelberg 1965

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: ZST 2657 B::17.1965,Nr 37-38;;3.Ex

Horst Fuhrmann
Friedrich Baethgen (1890-1972)
Besinnung und Neuanfang

in: Denker, Forscher und Entdecker : eine Geschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in historischen Portraits / hrsg. von Dietmar Willoweit unter Mitarb. von Ellen Latzin; Seite 337-356

München 2009

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: 2009 A 3336

H. Kölmel
Die bauliche Entwicklung der evangelischen Kirche in Rohrbach b. H.
(Zur Einweihung der ev. Kirche am 4. Oktober 1908)

o. A. / o. J.

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: Q 4811-35-5

Georg Ludwig Menzer
Rohrbach bei Heidelberg
(bearbeitet und ergänzt nach Akten des Pfarrers Adolf Trautwein)

Heidelberg 1926

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: B 5276-7-1;;2.EX.

Siehe auch Trautwein 1914

Ernst Mushake (Schriftführer)
Die Friedhöfe in Heidelberg
Führer durch die christlichen und jüdischen Friedhöfe

Frankfurt/Main o. J. (1929)

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: KG IV h 159

Irmgard Heß
Die Glasfenster in der Kirche St. Johannes in Heidelberg-Rohrbach

in: Schnell, Kunstführer Nr. 2056

München, Regensburg 1993

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: 95 R 55

Adolf Trautwein
Urkunde aus Anlass des Umbaues der evangelischen Kirche in Rohrbach b. H.

Heidelberg (1907)

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: Q 4811-35-4

Adolf Trautwein
Rohrbach bei Heidelberg einst und jetzt/1
(Auf Deckblatt: “Erste Lieferung: Urzeit bis Reformationszeitalter, S. 1-64”;)

Heidelberg 1914

Signatur Universitätsbibliothek Heidelberg: B 5276-7::1

Siehe auch Menzer 1926

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