Grabpatenschaften

Ein besonderer Beitrag zum Denkmalschutz

Bergfriedhof, Litera Z 247-248

VIA MONUMENTUM – Denkmalpflege Heidelberger Friedhöfe e. V. liegt die Erhaltung schützenswerter Grabanlagen sehr am Herzen. Grabpatenschaften helfen Kosten und Verantwortlichkeiten für die Pflege und Bewahrung historischer Grabstätten auf viele Schultern zu verteilen.

Rund 350 historische Grabanlagen unterschiedlicher Größe und Stilart mit einem breiten Spektrum an verwendeten Materialien stehen zur Zeit für eine Grabpatenschaft mit der Möglichkeit, das Nutzungsrecht an der Grabstätte zu erwerben, zur Auswahl. Für einen Termin stehen wir gerne zur Verfügung! Wir beraten Sie unabhängig und unverbindlich.


Wählen Sie in Ruhe aus

Bergfriedhof, Litera R 35-36

Präsentationsmappen zu den Grabanlagen erlauben einen ersten Überblick. Bei einem Rundgang mit Besichtigung in Frage kommender Grabstätten können Sie sich dann über die Lage und Umgebung der Objekte informieren.

Für die Übernahme eines Patenschaftsgrabes sind keine Gebühren zu entrichten. Der Pate sorgt für die Pflege der Bepflanzung und die Verkehrssicherheit des Grabmals. Weitere Kosten können, je nach ausgewählter Grabstätte, für eventuell anfallende Instandsetzungsarbeiten entstehen und werden im Vorfeld geklärt.

Sollte später das Nutzungsrecht an der betreffenden Grabstätte erworben werden, um Angehörige oder Freunde zu bestatten und sich selbst einmal hier beisetzen zu lassen, entstehen die üblichen Gebühren für das Nutzungsrecht an der Grabstelle.

Instandsetzungskosten der Grabanlage überschreiten in der Regel nicht die Kosten für die Neuanlage einer Grabstätte.


Musterbeispiele zur möglichen Grabpatenschaft

Seit Bestehen des Vereins 2004 ist das Vermitteln von Grabpatenschaft, in Zusammenarbeit mit der Stadt Heidelberg, ein Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit. Eine erste Dokumentation zu den Grabanlagen haben wir 2005 erstellt. Im Jahre 2006 haben wir dann alle Grabanlagen in Präsentationsmappen dokumentiert. Konzept und Umsetzung wurde vorher mit der Stadt Heidelberg erarbeitet. Diese Präsentationsmappen zu Grabpatenschaften leisten uns seither hervorragende Dienste.

An dieser Stelle wollen wir an einigen Beispielen die Bandbreite der zur Verfügung stehenden historischen Grabanlagen für eine erste Orientierung dokumentieren. Es hat sich im Laufe der Jahre gezeigt, dass durch intensive Gespräche die individuellen Wünsche berücksichtigt werden können und als Ergebnis eine Patenschaft übernommen wird, die so besonders ist, wie das Objekt selbst.
Wir freuen uns über eine Terminvereinbarung!


Bergfriedhof, Litera D neu 316-318

Das Grabmal trägt im oberen Teil ein Relief aus Bronze, abgebildet ist ein kniender Todesgenius mit der erlöschenden Lebensfackel und einem Lorbeerkranz in den Händen. Die Grabstätte wurde 1922 angelegt, sie befindet sich in der Nähe des unteren Eingangs Steigerweg.


Bergfriedhof, Litera H 261-262

Grabanlage mit einem Obelisken als “gebrochene Säule” aus gelbem Sandstein. Das Grabmal ist teils stark verwittert und benötigt deshalb dringend eine Patin oder einen Paten! Die Grabstätte wurde 1918 angelegt und befindet sich in Litera H, nicht weit vom unteren Eingang Steigerweg entfernt.


Bergfriedhof, Litera H neu 141-141a

Diese Grabanlage stammt aus der Zeit des Art Déco. Das Grabmal aus Diabas (Basaltart) ist sehr “witterungsbeständig” und für den Heidelberger Bergfriedhof in seiner Gestaltung außergewöhnlich. Die Grabanlage wurde 1932 angelegt, sie befindet sich in Litera H neu.


Bergfriedhof, Litera H neu 278-279

Grabanlage aus der Zeit des Jugendstils. Sie erinnert in ihrem Erscheinungsbild an ein Bett – als letzte Ruhestätte. Das “Kopfende” ist zu einem lateinischen Kreuz ausgeformt in das ein Bronzemedaillon mit Christuskopf eingelassen ist. Die historische Grabanlage befindet sich im Bereich Litera H neu, sie wurde 1925 angelegt.


Bergfriedhof, Litera K 601D

Das Grabmal ist aus gelbem Sandstein gefertigt. Die Grabanlage wurde 1870 angelegt und befindet sich in der Nähe des Rosenbrunnens. 1948 wurde die Grabausstattung von neuen Nutzungsberechtigten übernommen und kürzlich an die Stadt übereignet.


Bergfriedhof, Litera O 621-622

Grabanlage aus der Zeit des Jugendstils. Sie erinnert in ihrem Erscheinungsbild an ein Bett – als letzte Ruhestätte. Das “Kopfende” ziert ein Kranz aus Rosenblüten und -blättern. Die historische Grabanlage befindet sich im Bereich Litera O, sie wurde 1924 angelegt.


Bergfriedhof, Litera Y 62-63

Grabanlage aus der Zeit des Jugendstils. Sie erinnert in ihrem Erscheinungsbild an ein Bett – als letzte Ruhestätte. Das Grabmal besteht aus einem gesockelten Kreuz mit einem gekreuzigten Christus aus Bronze. Die historische Grabanlage befindet sich im Bereich Litera Y, sie wurde 1914 angelegt.


Bergfriedhof, Litera Z 247-248

Auf dem Vorsprung einer aus Kunststein gefertigten Wand, die in ihrer Struktur an den Teil einer Wassergrotte erinnert, sitzt eine lebensgroße junge Frau mit Palmwedel. Es ist eine Kerngalvanoplastik d. h. eine zuvor hergestellte Gipsfigur wird durch ein elektrochemisches Verfahren mit einem Metallüberzug versehen.

Leider hat sich der Gipskern nach über 100 Jahren durch die feuchte Luft ausgedehnt und Risse an der Figur verursacht. Die Figur muss dringend instandgesetzt werden, d. h. der Gipskern muss entfernt und für die Stabilisierung durch ein Gerüst aus Edelstahl ersetzt werden.

Wir suchen intensiv nach einem Sponsor, der die Kosten übernimmt, da diese das Vereinsbudget leider übersteigen! Natürlich ist auch eine Patenschaft möglich, wenn vertraglich die Instandsetzung zugesagt wird.

Die Grabanlage wird 1908 angelegt, die Ehefrau Emilia ist mit nur 24 Jahren gestorben. Die Figur soll sicherlich an sie erinnern.


Großflächige historische Grabanlagen brauchen dringend Hilfe

Eine größere Zahl an historischen Grabanlagen auf dem Heidelberger Bergfriedhof weisen eine Fläche auf, die heutige Maßstäbe bei weitem übersteigt. Hier halten wir es für sehr sinnvoll, wenn diese Grabanlagen zu “Gemeinschaftsgrabstätten” werden. Als Fortführung der Idee, naturliebende Menschen an den Wurzeln eines Baumes zu bestatten, ist hier der Mensch angesprochen, der sich historischem Kulturgut verbunden fühlt und gerne zur Denkmalpflege beitragen möchte indem er sich in einer historischen Grabanlage beisetzen lässt.


Der jeweilige “Urnenplatz” (für zwei Urnen) kann auf einer kleinen, seitlich der Grabanlage angebrachten Tafel aufgezeigt werden, eine kleine “Blumeninsel” bietet eine Ablage für mitgebrachte Blumen. Die Gebühren würden sich aus drei Komponenten zusammensetzen: ein Drittel für das Nutzungsrecht am “Urnenplatz”, ein Drittel für die Grabpflege und ein Drittel für die Erhaltung des Grabdenkmals. Bedingung für die Umsetzung des Konzeptes ist eine diesbezügliche Ergänzung der Friedhofssatzung.


Auch eine Genossenschaft könnte die Patenschaft übernehmen und ist dann für die Pflege und Instandhaltung der Grabanlage verantwortlich. Das wäre ein ähnliches Prinzip wie die “Gärtnerbetreuten Grabfelder” die in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG auch auf dem Bergfriedhof angeboten werden (in Litera M).

Jedenfalls ist Eile angesagt wie die Beispiele zeigen.