Robert Wilhelm Bunsen

R. Bunsen
Robert Bunsen, Zeichnung

Robert Bunsen (30. März 1811 in Göttingen – 16. August 1899 in Heidelberg) war ein deutscher Grundlagenforscher der Chemie. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der quantitativen Analyse der chemischen Elemente und entwickelte dafür auch eigene Meßinstrumente und Apparate („Bunsenbrenner“).

Bei Bunsen vereinen sich Gründlichkeit, Ideenreichtum und Leidenschaft zu der geglückten Synthese eines Wissenschaftlers. Auch im Unterrichten war er eine Ausnahmeerscheinung, da er voller Respekt und Verständnis als auch mit Sorgfalt und Energie seinen Studenten eine wertvolle Grundlage für ihre berufliche Zukunft in Forschung und Lehre vermittelte. Mit Leib und Seele war er der Chemie zugetan und übertrug diese Begeisterung auch auf seine Studenten. Dank seiner sehr gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung wurden viele seiner Schüler auf die Lehrstühle in Deutschland und Österreich berufen.

Schon früh hatte Bunsen ein solches Ansehen, so daß er es sich bei seinen Berufungen nach Breslau (1850) und Heidelberg (1852) erlauben konnte, jeweils den Neubau eines Laboratoriums zu fordern. Das Laboratorium in Heidelbergs Akademiestraße war damals das modernste und mit 50 Arbeitsplätzen größte Labor an einer deutschen Universität.

Zu seinen wichtigsten Leistungen zählen die Entdeckung und die chemische Bestimmung der fünf Alkali-Metalle (Natrium, Lithium, Kalium, Cäsium, Rubidium). Weiterhin bestimmte Bunsen die spezifischen Wärmen zahlreicher Elemente wie etwa Silber, Zink, Antimon, Cadmium, Schwefel mittels eines Eiskalorimeters. Mit seinem englischen Schüler Henry Roscoe erarbeitete er die photochemischen Untersuchungen. Gemeinsam mit dem Physiker Gustav Robert Kirchhoff entwickelte er die Spektralanalyse, wodurch sich von anderen Forschern noch weitere Elemente bestimmen ließen. Besonders dieses Verfahren machte ihn international berühmt, da man dadurch auch die Fraunhoferlinien, also die Farbspektren von außerirdischen elektromagnetischen Wellen, erklären konnte und die moderne Astronomie durch diese Bestimmung der Elemente begründet wurde.

Bunsen war kosmopolitisch orientiert, er korrespondierte mit vielen europäischen Kollegen, unternahm 1845 eine mehrmonatige Forschungsreise zum isländischen Vulkan Hekla, machte oft Urlaub in den südeuropäischen Ländern und schätzte den Genuß von Havanna-Zigarren auch während der Arbeit.

Bunsen blieb unverheiratet und ging ganz in seinem Beruf auf. Er war ein Frühaufsteher und ging noch vor allen anderen in sein Labor. Bunsen war auch ein fairer Prüfer, ein umgänglicher, hilfsbereiter Laborleiter und beim Promenieren grüßte er stets zuerst.

Grabstelle: Litera V neu 126-129


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Literatur
Stephanie Brigitte Hoß-Hitzel: „Es lebt sich himmlisch in Heidelberg“. Robert Wilhelm Bunsen und seine Korrespondenz. Dissertation an der Universität Heidelberg 2003, Selbstdruck.
Exemplare der Universitätsbibliothek Heidelberg