Weber-Kreis

Auf dem Bergfriedhof von Heidelberg sind auch Angehörige des Freundeskreises von Max und Marianne Weber bestattet. Dieser Freundeskreis bildete zusammen mit einigen häufigen Besuchern außerhalb von Heidelberg das geistige Zentrum des akademischen Heidelberg in den ersten beiden Dekaden nach 1900. Im Unterschied zu den damals bestehenden Gesprächskreisen und Zirkeln waren die Treffen im Hause Weber nicht formal festgelegt und die Gesprächsthemen nicht vorgegeben. Lediglich eine begrenzte Anzahl und eine Mehrzahl der jüngeren Akademiker waren den Webers wichtig. Eine Reihe von außergewöhnlichen Frauen förderte und prägte die Gesprächskultur der sonntäglichen Teestunde. Viele der Teilnehmer sind auch heute noch einer größeren Öffentlichkeit bekannt, was wohl nicht zuletzt auf eine gegenseitige Inspiration bei den »jours fixes« zurückzuführen ist. Vor allem fällt eine stark ausgeprägte geschichtliche Orientierung in den Werken der meisten Teilnehmer auf. Auch nach dem Ableben der Webers scharen sich noch einige Freunde über den Tod hinaus um den Grabpfeiler von Max und Marianne Weber:


die Pianistin Mina Tobler, die Chemikerin und Frauenrechtlerin Marie Baum, der Staatsrechtler Georg Jellinek, der Wirtschafts- und Kulturhistoriker Eberhard Gothein, seine Frau, die Gartenbauhistorikerin Marie Luise Gothein, der Rechtsphilosoph und Jurist Gustav Radbruch und der Germanist Friedrich Gundolf. Auf dem Friedhof von Heidelberg-Handschuhsheim ist Else Jaffé (geb. von Richthofen) beigesetzt.

Der größere Anteil des Weber-Kreises fand außerhalb von Heidelberg seine letzte Ruhe. Um nur einige Freunde zu nennen: Webers Bruder Alfred Weber, der Theologe Ernst Troeltsch, die Wirtschaftswissenschaftler Robert Michels, Edgar Salin und Arthur Salz, die Bildhauerin und Malerin Sophie Rickert und die Frauenrechtlerin Gertrud Bäumer, die Psychiater Karl Jaspers und Hans W. Gruhle, die Philosophen Emil Lask, Georg Lukács und Ernst Bloch, der Politologe Karl Loewenstein sowie der Pastor und Politiker Friedrich Naumann. Nicht zuletzt trugen diese Persönlichkeiten zur Verbreitung von Max Webers Werk und dessen Bedeutung bei.