AIDS-Gedenkstätte auf dem Heidelberger Bergfriedhof

Ein würdevoller Platz für die AIDS-Gedenkstätte

Bergfriedhof, Litera T
AIDS-Gedenkstätte auf dem Heidelberger Bergfriedhof

Seit 1988 wird am 1. Dezember, dem Welt-AIDS-Tag, der Menschen gedacht, die an der Immunschwächekrankheit AIDS gestorben sind, Solidarität mit Betroffenen bekundet – und um Toleranz geworben. Auch Gedenksteine findet man in immer mehr Städten.

Seit 2006 gibt es auch in Heidelberg einen Platz zum Trauern und Gedenken an die Verstorbenen, die hier zuletzt gelebt haben. Nach intensiver Suche hat die AIDS-Hilfe Heidelberg e. V., in Zusammenarbeit mit dem Landschafts- und Forstamt der Stadt Heidelberg, auf dem Heidelberger Bergfriedhof einen würdevollen Platz für eine AIDS-Gedenkstätte gefunden. Am 13. Mai 2006 wird die Gedenkstätte gemeinsam mit dem Verein AIDS und Kinder e. V. eingeweiht. Musikalisch wird die Feier von Norman Gribben (Gesang), Barbara Amann (Saxofon) und Prof. Peter Schneider (Kontrabass) begleitet.


Wir halten uns an den Händen ...

Bergfriedhof, Litera T

Die Gedenkstätte ist nicht weit vom unteren Eingang Steigerweg entfernt, folgt man nach Betreten des Friedhofs dem Wegweiser “Friedhofskapelle”, findet man die Anlage nach ca. 50 Metern an der rechten Seite des Weges (oberhalb des Brunnens).

Die rote Schleife, ein Symbol für Solidarität und Hoffnung, dass der weltweit verbreitete, die Krankheit verursachende, Virus bald bezwungen wird, kann der Besucher der Gedenkstätte schon von weitem im oberen Bereich des, aus Syenit gefertigten, Obelisken sehen. Der Sockel des Denkmals trägt eine Bronzetafel auf der folgende Zeilen zu lesen sind:

“Wir halten uns an den / Händen und weinen um… / unsere Freundinnen und Freunde, / unsere Partnerinnen und Partner, / unsere Angehörigen und alle, / die wir durch AIDS verloren haben. / Wir vergessen Euch nie! / AIDS-Hilfe Heidelberg

Steine in großer Vielfalt liegen um den Sockel des Denkmals. Sie tragen als Erinnerungssteine den Namen von an AIDS verstorbenen Familienangehörigen und Freunden. Um den 1. Dezember, dem Welt-AIDS-Tag, gibt es auch in Heidelberg zahlreiche Veranstaltungen, die offizielle Gedenkfeier am 1. Dezember findet auf dem Bergfriedhof statt.


Worte von Bürgermeister Wolfgang Erichson

Bergfriedhof, Litera T

Wir möchten an dieser Stelle die treffenden Worte von Bürgermeister Wolfgang Erichson anlässlich der Gedenkfeier auf dem Heidelberger Bergfriedhof zitieren.

Wir haben die Rede der Internetseite der AIDS-Hilfe Heidelberg e. V. entnommen.


Rede von Bürgermeister Wolfgang Erichson, Leiter des Dezernats für Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste:

“Ganz wenige Menschen mit HIV/AIDS sprechen bei uns öffentlich über ihre Infektion und ihre Krankheit. Zu stark ist immer noch die Angst vor gesellschaftlicher Ausgrenzung. Umso wichtiger ist es Orte zu haben wo HIV und AIDS öffentlich werden.

Wenn Menschen hören, man sei an Krebs erkrankt, nehmen sie einen tröstend in die Arme. Wenn sie aber hören, dass man HIV-positiv bzw. an AIDS erkrankt ist, wechseln sie die Straßenseite. AIDS ist keine unanständige Seuche. Es ist ein Unglück, das jeden treffen kann. Und man kann damit leben. Weil viele Menschen viel zu wenig über das HI-Virus aufgeklärt sind, werden Infizierte nach wie vor auch in der Bundesrepublik Deutschland massiv diskriminiert.

Die Nachricht vom Tod eines geliebten Menschen löst meistens starke Gefühle aus. Die Endlichkeit des eigenen Lebens wird uns bewusst. Wir denken an unvollendete Gespräche, nicht abgeschlossene Gedanken, unerledigte Handlungen. Viele empfinden angesichts des Todes Schmerz, Wut, Ärger oder Sehnsucht. Der Weg der Trauer ist individuell, jeder Mensch geht anders damit um.

Auch ich habe Freunde und geliebte Menschen verloren, die an AIDS gestorben sind und ich weiß wie wichtig es ist, einen Ort zu haben, an dem Trauer eine HEIMAT hat. Hier ist so ein Ort wo jeder für sich und auch wir gemeinsam trauern können, uns erinnern können, verweilen.

Ich danke den Mitarbeitern der Friedhofsverwaltung und des Landschafts- und Forstamtes, die mit großer Liebe diesen Ort hüten und pflegen und auch heute wieder ein so wundervolles Gebinde* geschaffen haben.

Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AIDS – Hilfe die sich unermüdlich um die Menschen kümmern, und ich danke Ihnen / Euch, dass Ihr heute gekommen seid.”

*Seit 2007 fertigen Auszubildende der Stadtgärtnerei im Auftrag der Stadt Heidelberg jedes Jahr für die Feierlichkeiten am 1. Dezember ein großes Gebinde in Form einer rote Schleife an.


1986 - Die AIDS-Hilfe Heidelberg e. V. wird gegründet

2013 wird die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. 30 Jahre alt! Seit der Gründung sind unter dem Dachverband viele Organisationen entstanden, schon 1986 auch die “AIDS-Hilfe Heidelberg e. V.” und später der mit dem Verein zusammenarbeitende “Förderverein AIDS-Hilfe Heidelberg e. V.”.

Link zur AIDS-Hilfe Heidelberg e.V.
sowie zur Sternengala

Den Verein Aids und Kinder e. V. Baden-Württemberg gibt es seit 1989